GEBURTSBERICHTE AUS DEM GEBURTSHAUS

„Wann wissen wir, dass es Zeit fürs Geburtshaus ist?“

Mein Mann musste zum Infoabend gehen, da ich unter der Woche nicht in München war – und ehrlich gesagt, rechnete ich fest damit, dass er zurückkommen und mir davon abraten würde, weil es ihm zu „alternativ“ oder „esoterisch“ erscheinen könnte. Doch was soll ich sagen: Er kam begeistert zurück, überzeugt davon, dass dies ein wunderbarer und sicherer Ort für unsere Geburt sei. Unsere Freude war groß, als wir in den folgenden Monaten von der Warteliste nachrückten – der Geburt stand nun nichts mehr im Wege.
Da sowohl meine Schwester als auch ich selbst je eine Woche vor dem errechneten Termin zur Welt kamen, redete ich mir immer ein, dass auch ich früher entbinden würde. Sechs Wochen vor ET stellte ich meine Ernährung auf zucker- und weizenfrei nach Dr. Louven um – in der Hoffnung, dass das Baby nicht zu groß wird und wir den Termin nicht allzu sehr überschreiten. Der ET war der 25.05.25….

“Klingt doch alles voll gut! Wir sehen uns später” sagt sie. Wir sehen uns später…. Es geht also los. wow!
Ich wusel also durch die Wohnung und fange an, ein Bananenbrot zu backen. Was wäre denn ein Geburtstag ohne Geburtstagskuchen? Inzwischen muss ich mich während der Wehen an der Arbeitsfläche festhalten und sie kommen häufiger. D. Ruht auf der Couch. “Ich geh nochmal in die Wanne” Einatmen, Ausatmen, Pause. Ich fange an, meinen Atem während der Wehen zu Rhythmisieren. Das tut gut. Die Wehen kommen jetzt regelmäßig alle 3 Minuten.
20.05.2024
Gegen 2 Uhr morgens spazieren wir also durch unser Viertel Richtung Geburtshaus. Vorerst wohl das letzte Mal zu zweit.
Als wir im Geburtshaus ankommen, ist die Stimmung herzlich, warm und gemütlich..
Die Hebamme umarmt uns, die Kerzen flackern, es gibt Wasser und Tee. Wir quatschten ein wenig. Ich entspanne mich. Die Wehen entspannen sich. Wir ruhen uns etwas aus und kuscheln. Auf einmal schiebt sich ein Zopf und zwei entzückende Augen durch die Tür. Eine Hebamme in Einarbeitung begleitet uns nun auch, wie schön! Die Wehen nehmen wieder Fahrt auf. Ich bin bereit – Das Baby kommt bestimmt bald.
Ich töne, das hilft! Die Hebamme untersucht mich. Muttermund bei 2 cm. Krass, kann wohl doch noch eine Weile dauern hier. Die Sonne geht auf und mit der Sonne kommt der Schichtwechsel. Die neue Hebamme kommt zu uns und bringt neuen Schwung mit.
Die nächsten Stunden verschwimmen im Kopf zwischen heißer Sieben, Wehen, Hocker, Spaziergängen im gleißendem Sonnenlicht und fürchterlichem Sodbrennen. Die Hebamme und D. rütteln mich leicht in Seitlage. Herrlich! Als ich zur Toilette gehe, habe ich viel Flüssigkeit verloren, leicht grünlich. “Das war wohl dann der Blasensprung”. Die Hebamme ist wegen der Farbe entspannt, dann bin ich’s auch. Mir ist fürchterlich schlecht. D. und die Hebammen sitzen alle mit mir am Boden. Die Wehen werden stärker. Ich muss mich übergeben. Danach geht’s mir deutlich besser. “Hättest du Lust in die Wanne zu gehen?” “Und ob!” Ich steige in das warme Wasser und kann sofort entspannen. Es läuft leise Musik und ich merke wie du dich auf den Weg machst. Das wird unser Moment. Die Presswehen kommen. Ein wahnsinnig starkes Gefühl! Ich spüre, dass mein Körper einen Gang höher schaltet und übernimmt. Ich versuche mich darauf zu konzentrierten weit und weich zu sein und mich zu entspannen. Zur Stärkung bekomme ich Cola. Stark! Ich hatte Monate lang auf Koffein verzichtet. Das schiebt! Ich bin bereit für dich. Du kannst kommen. Ich Taste das erste Mal deinen kleinen Kopf. Es ist ganz real und du im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nah…..
Die Wehen werden wieder unregelmäßig. Oh Mann, es hatte sich doch alles so richtig angefühlt. Wir machen einen Szenenwechsel und probieren verschiedene Positionen aus. Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt die Hebamme mit einer neuen Idee daher. So toll, wie sie uns hier durch begleitet. D. ist der Tapferste. Er stärkt mich seit 25 Stunden. Und das macht ohne Hormone! Mich verlässt kurz alle Kraft. Ich muss weinen. Es ist so anstrengend. Die Hebamme und D. sprechen mir gut zu und finden genau die richtigen Worte. Endspurt!
Die Hebamme untersucht mich und muss mir einen Blasenkatheter legen. Wir lassen erstmal 1Liter Flüssigkeit ab. Wahnsinn! Habe ich gar nicht gemerkt! Dein Köpfchen liegt leider etwas schief. Die Hebamme und D. Lagern mich und versuchen dich wieder in eine bessere Position zu bringen. Irgendwie läuft es gerade nicht rund. Die Wehen werden auch wieder weniger. Wir besprechen eine eventuelle Verlegung. Die Hebamme ruft schon mal für uns in der Klinik an. 1 Stunde später sitzen wir zu viert im Auto und fahren Richtung Klinik. Da kommt nochmal eine starke Wehe. Die Abstände sind mittlerweile bei ca. 15 Minuten.
21.05.2024
Nach 30 Stunden scheint mein Körper total erschöpft. Ich bin traurig und finde alles am Klinik Setting doof. D. tröstet mich und weicht mir keinen Zentimeter von der Seite. Am meisten hasse ich es, mich hinlegen zu müssen. Zack, hatte ich einen Zugang und der Wehentropf lief. Das war dann nochmal eine ganz andere Nummer!
Wir waren letzten Sommer am Atlantik. Eine Welle hat mir die Füße weggerissen und mich mal kurz unter Wasser gezogen. Ungefähr so ist das für mich mit dem Wehentropf. Die nächsten 2 Stunden waren wild, und laut und einfach nur krass! Irgendjemand hatte mir doch Lachgas versprochen?!
Und dann bist du da. Alles ist egal. Du bist da!
Endlich bist du da! Und dann wurde es ruhig und sanft und liebevoll.
Unser Kennenlernen war magisch. Wir kuscheln mit dir und du beobachtest uns mit deinen großen Augen. Nach ein paar Stunden können wir endlich nach Hause und kuscheln einfach weiter.

„Eine selbstbestimmte Geburt ohne Interventionen und Komplikationen“

Unser kleiner Sonnenschein kam bei euch auf die Welt und ich muss sagen, es ist alles so gelaufen, wie ich es mir zu Beginn der Schwangerschaft immer gewünscht habe: eine selbstbestimmte Geburt ohne Interventionen und Komplikationen.
Ich habe auf meiner „Schwangerschafts-Reise“ sehr viel über die unterschiedlichen Sicht- und Herangehensweisen von ÄrztInnen und Hebammen gelernt und bin sehr dankbar, dass ich eure Meinung und Einschätzung immer wieder konsultieren konnte: …

… So habt ihr mich wieder aufgebaut, als ich durch meine Vorstellung im Klinikum XXX aufgrund meiner höheren Gewichtszunahme und der in Aussicht gestellten Schulterdystokie sehr verunsichert war. Habt mir auch wieder Mut gemacht, als sich mein Baby noch in der 39. SSW in Beckenendlage gedreht hatte und wie von euch prognostiziert einen Tag später auch wieder selbst in Schädellage gedreht hatte. Und auch als wir „umsonst“ zwei Tage vor der tatsächlichen Entbindung zu euch gekommen sind und die Wehen dann aufgehört hatten, habt ihr mich bestärkt, dass mein Körper auf einem guten Weg sei und es nicht mehr lange dauern würde. Ich bin mir sicher, dass eure entspannte und motivierende Art den nachhaltigen positiven Einfluss auf mich hatte, dass letztendlich nicht eingeleitet werden musste, was mir die Frauenärztin bei der Plazentakontrolle einen Tag vor Entbindung geraten hatte, baldmöglichst zu tun.
Jedes Mal, auch nachts, wenn ich euch über die Rufbereitschaftsnummer kontaktiert habe, wart ihr immer freundlich, hattet immer einen guten Rat parat, auch wenn der Anruf nicht unmittelbar mit den Geburtswehen zu tun hatte. Es hat sich einfach alles am Ende so vertraut und intim angefühlt, als würde ich mein Baby bei guten Bekannten/ Freundinnen auf die Welt bringen.
Ihr seid alle ganz wunderbare Frauen mit einem wahnsinnig wichtigen Beruf!
Danke, dass es euch gibt!

Traumgeburt unseres zweiten Kindes im Geburtshaus München

Nachdem Freunde uns von Ihrer Geburt im Geburtshaus München erzählt hatten, haben wir entschieden, dass das vermutlich der richtige Ort für die Geburt unseres zweiten Kindes ist. Viele Fragen, vor allem nach dem „Was ist wenn…“ und Unsicherheiten die einen bei der Entscheidung für eine außerklinische Geburt begleiten, galt es im Laufe der Schwangerschaft zu beantworten und mit positiven Gedanken zu füllen. Genauso wie unser Baby im Bauch sich entwickelte, entwickelten wir als Paar und auch als Familie ein tiefes Vertrauen in unsere betreuenden Hebammen und den Ort. Genau dieses Vertrauen in die Arbeit der Hebammen, den Ort und in den eigenen Körper ist in meinen Augen der Schlüssel zur persönlichen Traumgeburt.
Es war Montag, der 13.05.2024. Zwei Tage über dem errechneten Termin. Alles war ruhig. Nichts wies darauf hin, dass wir an diesem Tag noch unser zweites Kind in die Arme schließen würden…

Mittags um 12 Uhr trafen wir unsere Hebammen zur Kontrolle und lernten noch eine weitere neue Hebamme aus dem Team kennen. Die Stimmung war ausgelassen, entspannt und wir machten noch Scherze, ob und wann es denn nun endlich losgeht. Im Nachhinein kann man sagen, dass irgendwie doch was in der Luft lag…so ein Gefühl.
Wieder Zuhause beim Mittagessen verspürte ich den Drang auf die Toilette zu gehen und bemerkte, dass sich der Schleimpfropf gelöst hatte und ich ein bisschen Fruchtwasser verlor. Überrascht funkte ich mal durch, um zu fragen, was das jetzt doch gleich nochmal bedeutet. Geht es los? Müssen wir was unternehmen? Was soll ich machen? Dauert es jetzt noch Tage oder passiert heute schon etwas? Fragen über Fragen, die ich alle direkt an die Hebamme stellen konnte und beantwortet bekam. Sie war routiniert entspannt und sagte mir, dass ich mich gerne jederzeit melden kann und jetzt einfach mal beobachten soll wie sich alles den Tag über entwickelt. Mit dieser Sicherheit im Rücken erledigte ich noch schnell Dinge, die vor der Geburt doch noch machen wollte und spürte immer wieder in meinen Körper hin zu meinem Baby. Inzwischen war es ca. 15 Uhr und ich spürte eine deutliche Veränderung des Ziehens in meinem Körper und generell fing ich an mehr in mich zu spüren. Ich konnte das Ziehen, was nun eindeutig Wehen waren, gut veratmen und ich Tönte mich durch das intensive Gefühl der Wellen. Niemals hätte ich je gedacht, dass der Atem und das Tönen mich so gut begleiten würden. Ich zog mich zurück ins Schlafzimmer und machte meine Geburtsplaylist mit meinen über die Schwangerschaft gesammelten Lieblingsliedern an. Genauso hatte ich es mir immer vorgestellt, doch ich dachte nie daran, dass es so kommen würde. Ich atmete Welle für Welle, kreiste meine Hüften mehr oder weniger tanzend um mich zu entspannen und bei mir zu bleiben. Zwischendurch sammelte ich Kraft auf dem Bett und schloss für ein paar Wellen die Augen. Die Wehen wurden deutlich intensiver und mein Mann organisierte auf meine „Anweisung“ die Betreuung für unsere 3-Jährige Tochter. Denn nur ich spürte, dass es wohl dann doch heute noch vorangeht und mein Mann brauchte diese Information, um mich zu unterstützen. Anders als bei der ersten Geburt hatte ich die Ruhe, Zuversicht und das Vertrauen in den Prozess und die Menschen dahinter. So konnte ich einfach „nur“ in meinen Körper hinein spüren und mich dem hingeben, was auf mich zukam. Anders als bei der ersten Geburt trackte ich keine Welle, sondern fühlte einfach nur. Ich spürte, wenn sie wiederkam und der Abstand oder Dauer war für mich in dem Moment irrelevant. Ich spürte, dass es intensiver wurde und ich hatte das Bedürfnis wieder mit der Hebamme zu sprechen. Also rief ich sie ca. gegen 18 Uhr wieder an. Ich fragte sie, wie es jetzt weitergeht und ob sie vielleicht doch mal vorbeikommen möchte. Ich verlor deutlich Fruchtwasser und die Wellen wurden auch intensiver. Auch während unseres Telefonat veratme ich Wellen. Sie schlägt vor, dass wir uns um 20 Uhr im Geburtshaus treffen. Mit Blick auf den Wecker im Schlafzimmer kreisen meine Gedanken und ich gehe das Organisatorische durch. Ich sage ihr ja, das schaffen wir. Alex, mein Mann bringt noch die Kleine ins Bett und die Betreuung für unsere Tochter ist mittlerweile bei uns zuhause eingetroffen. Ich spüre deutlich, dass ich in diesem Moment nicht bei mir bin und die Wellen mich überrollen. Also versuche ich so gut es geht wieder zurück in mich zu kehren. In diesem Moment eine Mammutaufgabe, denn ich verlasse meinen Safespace „das Schlafzimmer“ und stehe nun im Wohnzimmer, längst bereit zu gehen aber ich muss noch auf Alex warten und hoffe, dass die Kleine schnell einschläft. Anne, unsere Familienfreundin und kurzfristig als Betreuung für unsere Tochter vorbeigekommen, spricht mir gut zu und ich versuche die sehr intensiven Wellen wieder zu spüren und zurück zu mir und zu meinem Baby zu kommen. Der oft als große Herausforderung beschrieben Ortswechsel, war auch für mich die größte Herausforderung unter der Geburt.
Kurz nach 20 Uhr machten wir uns dann endlich auf den Weg ins Geburtshaus. Ich veratmete und tönte auf der Rückbank die Wellen und hoffte auf eine schnelle Ankunft. Da wir später dran waren rief uns die Hebamme im Auto nochmal an, weil sie sichergehen wollte, dass alles ok ist. Sie bereitet die Badewanne schon einmal vor. Kurze Zeit später erreichten wir das Geburtshaus und wir wurden von drei Hebammen in Empfang genommen. Jetzt wusste ich, dass ich mich gleich wieder entspannen kann und wir in den besten Händen sind. Einer meiner schönsten Momente Menschen zu treffen, die ich bereits kannte und wir eine Verbindung hatten. Voller Freude trotz intensiver Wellen unsere Hebammen. Alex konnte wohlwissend, dass ich gut versorgt bin, das Auto parken. Währenddessen konnte ich im Raum Lila ankommen und spürte direkt die Entspannung. Alles war einfach wunderschön und entspannend vorbereitet. Indirektes Licht, Kerzenschein und Ruhe. Die Hebammen helfen mir mich auszuziehen und bringen mich in die angenehm warme Badewanne. Dort angekommen spüre ich eine ganz tiefe Zufriedenheit und direkte Entspannung. Endlich bin ich wieder ganz bei mir, bei den regelmäßigen Wellen und meinem Baby. Dieses wohlige, sichere und entspannende Gefühl werde ich vermutlich nie vergessen. Ich dachte mir: „ok, jetzt kann der kleine Mann ganze entspannt kommen und alle sind da, die wir zur Unterstützung brauchen.“ Keine Sekunde hatte ich Zweifel oder Ängste. Genau dieses Vertrauen hatten wir uns gemeinsam aufgebaut.
Zurückhaltend aber stets präsent und mit den richtigen unterstützenden sowie anleitenden Worten begleitet mich die Hebamme durch die Wellen. In den Wellenpausen werde ich mit Cola versorgt und mein Mann spricht mir gut zu. Genauso wie wir es vorab in den Vorsorgeterminen besprochen hatten, werde ich nicht mit für mich unnötigen Infos (z.B. wie viel Zentimeter der Muttermund geöffnet ist usw.) verunsichert oder sogar demotiviert. Die Stimmung ist ruhig, motivierend und sogar lustig, nachdem auch ich das Hebammenteam in einer Wellenpause mit „ihr seid toll und macht es so gut“ lobte. Unsere Hebamme hatte regelmäßig in den Wellenpausen das Baby im Bauch im Blick ohne mich dabei zu „stören“ und ich wusste: dem Baby geht es gut. Selbst als sie kurz einmal keine Töne in der Wellenpause finden konnte, spürte ich keine Unruhe und bekam nur die Info, dass es mal sein kann, wenn das Baby tiefer in das Becken rutscht. In der nächsten Welle waren sie wieder da und alles war gut. Die Art und Weise der Kommunikation war wunderbar. Die Hebamme sagte mir, dass der Muttermund noch einen Moment braucht, um den Wellen hinterher zu kommen und ermutigte mich, dass der Zeitpunkt gekommen ist loszulassen und mich von der Schwangerschaft zu verabschieden. Sie leitete mich sanft an, die Wellen zu schieben und dabei loszulassen. Wir probierten zwischendurch andere Stellungen aus und die beiden Hebammen ermutigten mich zu einem gewissen Zeitpunkt noch mal die Position zu ändern, damit der kleine Mann um „die Kurve“ rutscht. Ich gab die Info an den kleinen Mann im Bauch weiter und ermunterte ihn auch verbal um die Kurve zu rutschen. Gefühlt ging nach dem Positionswechsel alles ruckzuck. Ich spürte das ganz bestimmte Brennen und wusste, jetzt ist er gleich da. Die Hebammen ermutigen mich selbst das Köpfchen mit meiner Hand zu ertasten. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wie im Bilderbuch rutscht der Kleine nach der Welle wieder zurück und es braucht noch eine intensive starke Welle bis der Kopf geboren wird. Kurz drauf noch eine Welle für die finale Geburt unseres kleinen Sohnes. Genauso hatte ich es mir gewünscht: in der Badewanne, ruhige, entspannte Atmosphäre, mit Menschen die ich kenne. Die Hebammen befreien den Kleinen von seiner Nabelschnur, die er sich wie eine Handtasche um den Hals gelegt hatte und fragen mich, ob ich ihn mir selbst auf die Brust legen möchte. Währenddessen kommt auch schon eine weitere Wehe und die Plazenta ist geboren. Der kleine Mann liegt verschlafen und ganz ruhig auf meiner Brust während er mit einem vorgewärmten Handtuch zugedeckt wird. Wir begrüßen Ihn und geben ihm Zeit erst einmal anzukommen. Mit sanften Pusten ermuntern wir Ihn anzufangen selbstständig zu atmen. Ich darf die Nabelschnur anfassen und spüre das pulsieren und weiß, der Kleine ist noch gut versorgt. Alles ist einfach wunderschön.
Die Hebammen geben die nächsten Schritte vor. Während eine Hebamme meinem Mann hilft den Kleinen und die Plazenta ins Bett zu legen, helfen mir die anderen Beiden aus der Badewanne. Im Bett angekommen werde ich mit allem versorgt was ich jetzt brauche: Trinken, essen, Decken und natürlich meinen Mann mit dem Baby. Nachdem die Nabelschnur reichlich Zeit hatte auszupulsieren konnte mein Mann den Kleinen unter Anleitung abnabeln. Nun zogen sich die Hebammen zurück und wir bekamen Zeit anzukommen. Völlig geflasht versuchten wir das Erlebte zu realisieren und freuten uns über die Geburt unseres Sohnes. Nach einiger Zeit kamen die Hebammen zu uns, um die U1 zu machen und mich auf die Reise nach Hause vorzubereiten. Gemeinsam freuen wir uns nochmal mit dem Hebammenteam über die Geburt und packen anschließend alles zusammen, um nach Hause zu fahren. Daheim angekommen freuten wir uns auf unsere gewohnte Umgebung und waren gespannt auf das Gesicht unserer Tochter, die über Nacht große Schwester wurde. Unbezahlbar.
Unterm Strich ein unvergessliches, schönes, einzigartiges Erlebnis. Ich kann jede Frau ermutigen, diesen Weg zu gehen. Gleichzeitig ist es mir wichtig zu erwähnen, dass ich mich selbst über Monate „vorbereitet“ habe: ich habe regelmäßig Yoga gemacht, geübt zu tönen und zu atmen, mir immer wieder bewusstgemacht, dass mein Körper eine Geburt kann und ich im Vertrauen mit mir, meinem Partner, dem Geburtshaus und dem Team bin. Ich habe mir vorgestellt wie meine Traumgeburt sein kann ohne mich darauf zu versteifen.

Eine wundervolle „friedliche“ Geburt des ersten Kindes in der Badewanne

Ich hatte eine schöne und unkomplizierte Schwangerschaft. Natürlich mit dem ein oder anderen Zwicken, aber ich kann mich nicht beschweren. Unser erstes Baby war nicht geplant, aber absolut gewünscht und entwickelte sich wunderbar. Während der Schwangerschaft hatten wir uns dafür entschieden, das Geburtshaus näher kennenzulernen und uns dort für die Geburt anzumelden. Den Anstoß dazu gab tatsächlich mein Freund Milan. Durch unsere regelmäßigen Treffen mit den Hebammen und unseren Geburtsvorbereitungskurs im Geburtshaus wurde auch mir bewusst: Ich möchte mein Kind an diesem Wohlfühlort selbstbestimmt und natürlich zur Welt bringen. Ich hatte mich zusätzlich mit der „friedlichen Geburt“ auseinandergesetzt und übte gegen Ende der Schwangerschaft täglich meine Meditationen. Auch die Hebammen waren mit dem Kurs vertraut, was mir ein gutes Gefühl gab. Bereits drei Wochen vor ET hatte ich eine leise Vorahnung, dass sich mein Baby früher auf den Weg zu uns machen könnte…

… Der kleine Fuß meines Sohnes trat mich immer wieder in die Seite und die ersten Senkwehen schoben ihn tiefer in mein Becken. Es fühlte sich nach wenig Platz dort innen an. Da ich eine zu frühe Geburt vermeiden wollte, schonte ich mich und entspannte viel. Als wir den physiologischen Geburtszeitraum erreicht hatten und somit einer Geburt im Geburtshaus vorerst nichts im Wege stand, breitete sich Erleichterung aus. Ich sollte jedoch Recht behalten, dass wir schon bald unseren kleinen Wurm in den Armen halten würden.
Zwei Wochen vor ET erschien es, als wäre mein Schleimpfropf am Nachmittag abgegangen. Wir kündigten uns telefonisch im Geburtshaus an und warnten vor, dass es bald losgehen könnte. Am Abend lag ich mit meinem Freund im Bett und schaute einen Film. Langsam machten sich gegen 23Uhr Wehen bemerkbar. Ich brauchte ein wenig, um zu verstehen, dass es sich bereits um Geburtswehen handeln könnte. Ich setzte Kopfhörer auf und startete die Hypnose. Ich war ganz bei mir. Mein Freund schlief. Als die Wehen intensiver wurden, wachte er auf und wir riefen um 03:30Uhr erneut im Geburtshaus an. Die Hebamme schlug vor, bei uns zu Hause vorbeizukommen. Gegen 4Uhr untersuchte sie mich ganz vorsichtig. Meine Beine fingen stark zu zittern an, was uns zeigte, wie stark mein Körper schon gearbeitet hatte. Die Wehen hatten einen Abstand von 3-5 Minuten und mein Muttermund war bereits 3cm geöffnet. Wir vereinbarten mit der Hebamme, dass ich noch so lange zu Hause mit der „friedlichen Geburt“ die Wehen veratmen könnte, bis ich das Gefühl habe, wir sollten ins Geburtshaus aufbrechen oder wenn meine Blase springen sollte. Mein Freund erklärte ihr, dass er bereits alles gepackt habe, „sogar UNO-Karten“, worauf sie sehr lachen musste und entgegnete, dass wir die wohl nicht brauchen werden. Ich konnte nun wieder gut in die Hypnose einfinden, während Milan noch schnell das Beistellbett anschraubte und danach meine Hände hielt. Irgendwann merkte ich, dass ich die Fahrt ins Geburtshaus hinter mich bekommen möchte. Ich behielt weiter meine Kopfhörer auf und Milan führte mich durch den Regen zum Auto. Während der Fahrt nahm ich die Wehen wesentlich intensiver wahr. Um 6:20Uhr kamen wir im Geburtshaus an. Die Hebamme begrüßte uns und führte uns in den lila Raum. Wir würden die Einzigen in dieser Nacht im Geburtshaus bleiben. Milan und ich machten es uns im Bett gemütlich. Wie auch schon zu Hause war es für mich am angenehmsten, in der Seitenlage zu liegen, die Hypnose zu hören und jede neue Wehe ruhig zu veratmen, während ich Milans Hände drückte. Er gab mir immer wieder zwischendurch zu trinken oder ging mit mir auf Toilette. Danach reichte er mir einen Duft, mit dem ich viel leichter zurück in Hypnose kommen konnte. Wir hatten das zuvor geübt und ich war überrascht, wie gut es funktionierte. Milan streichelte mich und massierte mein Kreuzbein. Ich merkte, wie intensiv die Wehen wurden und musste zwischendurch auch lächeln, weil gleichzeitig Glücksgefühle in mir hochkamen. Um 8Uhr übernahmen die nächsten Hebammen den Dienst. Sie begrüßten uns liebevoll und untersuchten die Herztöne vorsichtig. Die beiden gaben uns wieder Raum, um ganz in Ruhe die Wehen veratmen zu können. Um 9Uhr sah eine der beiden nach mir. Wenige Minuten später bemerkte ich nach einer intensiven Wehe: „Jetzt ist die Fruchtblase geplatzt!” Es lief klares Fruchtwasser und die Hebamme half mir, eine trockene Hose anzuziehen. Der Druck nach unten wurde stärker. Langsam verspürte ich das Bedürfnis mitzudrücken. Milan kümmerte sich liebevoll um mich und unterstützte mich. Während ich bereits mittönte und reflektorisch mitdrückte, entkleideten wir mich etwas und wechselten die Position auf die Matte. Ich versuchte nach wie vor ganz bei mir in Hypnose zu bleiben, wenig zu sprechen und stützte meinen Oberkörper auf Milan ab, der an der Bettkante saß. Die beiden Hebammen sprachen mir Mut zu und mein Freund erklärte ihnen, dass ich das Baby gerne in der Wanne zu Welt bringen wollte. Anna ließ Wasser in die Badewanne ein, während ich kraftvoll in jeder Wehe mitschob. Ich tönte immer lauter. Es fühlte sich so voller Power an. “Wir sehen schon Haare!” und “Du machst das so krass!” hörte ich die Hebamme sagen, was mir noch mehr Kraft gab. Um 10:00Uhr stieg ich in die Wanne. Auf dem Weg musste ich noch eine weitere Wehe veratmen. Das warme Wasser war anschließend so wohltuend. Im knieenden Vierfüßlerstand schob ich das Baby kräftig tiefer, während Milan meine Hände hielt. Mit der nächsten Wehe verspürte ich einen stechenden Schmerz und wollte mit einem „Fuck, ich kann nicht mehr” aus der Wanne, doch Milan und die Hebamme ermutigten mich, nun nicht aufzugeben. Ich nahm meine ganze Kraft zusammen und brüllte wie eine Löwin. Schon wurde das Köpfchen geboren. Im nächsten Augenblick schob ich kraftvoll und wunderschön unser Baby in diese Welt. Meine Hände griffen nach unten und ich fischte Emil aus dem Wasser auf meinen Brustkorb. Er war wunderschön rosig und schaute uns aus seinen kleinen dunklen Augen an. „Da bist du ja!” begrüßte ich ihn und gab Milan überglücklich einen Kuss. Wir hörten Emils erstes kleines Schreien und konnten unser Glück kaum fassen. Er suchte bereits nach meiner Brust. Mit unserem Baby auf dem Arm lehnte ich mich in der Wanne zurück und wir betrachteten das kleine Wesen, das ich als “Emil Düsenjet” bezeichnete, da er so unerwartet schnell in unser Leben gekommen war. Ich fühlte mich wie der krasseste Mensch auf diesem Planeten. Kurz darauf gebar ich die Plazenta. Nachdem Milan Emil abnabeln durfte, nahm er ihn auf seinen nackten Oberkörper und wir gingen zurück ins Bett, um zu kuscheln. Die Hebammen gaben uns Raum dafür, unsere ersten Momente als kleine Familie zu genießen. Nach der regnerischen Nacht blitzten Sonnenstrahlen durch die Vorhänge und für uns fühlte sich dieser Moment magisch an. Die Hebammen überraschten uns nach der ersten Schmusezeit mit Kuchen, alkoholfreiem Sekt und einem Geburtstagslied für Emil. Er wurde anschließend untersucht und durfte danach zum ersten Mal an der Brust trinken. Das funktionierte bereits gut und war ein irres Gefühl. Ich war sehr erstaunt, als wir nachsahen, dass ich zwar etwas aufgeschürft war, jedoch keine Geburtsverletzungen hatte. Die Hebamme zeigte uns noch die Plazenta und erklärte das weitere Vorgehen. Danach durfte ich zum ersten Mal auf Toilette gehen. Milan und die Hebamme zogen Emil an und bald darauf wurde auch mir in meine Klamotten geholfen, während der winzige Emil in die Babyschale geschnallt wurde. Die Hebammen begleiteten uns nach außen und wir durften unser kleines Glück nach Hause bringen.
Noch am selben Tag sah eine der Hebammen nach uns, da wir von Emils Geburt so überrascht wurden. Am nächsten Tag durfte ich meinen Geburtstag mit dem schönsten Geschenk des Universums feiern. Wir genossen die Zeit zu dritt sehr und wurden im Wochenbett liebevoll von unserer Wochenbetthebamme begleitet. Das Geburtshaus ist noch jetzt ein magischer Ort für mich. Alle Kurse, die ich dort belegt hatte, halfen mir so viel weiter. Es herrscht eine so wohlige Atmosphäre und wir hätten uns keinen wundervolleren Ort vorstellen können, an dem ich unseren Sohn gebären darf. Die Hebammen sind wahre Engel! Sie gaben mir Mut in meinen eigenen Körper zu vertrauen. Wir sind so dankbar für alles, was ihr leistet und dass ihr Frauen die Möglichkeit gebt so wundervolle Geburtserfahrungen machen zu dürfen. Danke, danke, danke.

Geburt in der Klinik nach Verlegung bei grünem Fruchtwasser

Die Geburt begann nach einem Hundespaziergang am Vormittag vom 2. Juli. Um 13 Uhr hatte ich einen Kontrolltermin im Geburtshaus München und dort berichtete ich von der kleinen Blutung, die ich morgens bemerkt hatte. Auf dem Weg zum Geburtshaus spürte ich ein erstes stärkeres Ziehen im Unterbauch und so begann die Geburt sehr entspannt und langsam. Bei dem Termin wurden die Herztöne und die Position vom Kind überprüft. Ich fühlte Vorfreude auf das Erlebnis und wurde von meinen Hebammen mit viel Zuversicht erstmal zurück nach Hause geschickt. Dort sollte ich mir eine *Höhle“ bauen und mich so gut es ging nochmal entspannen, um Kraft für die nächsten Stunden zu sammeln…

… Die erste Zeit verbrachte ich mit Musik aus meiner zuvor erstellten Playlist auf dem Sofa. Mein Hund kuschelte sich neben mich und das brachte etwas zusätzliche Ruhe. Waren die ersten Wehen zunächst ca. alle 20 Minuten gekommen, so verkürzte sich schon nach 2 Stunden der Abstand auf 10 Minuten. Da spürte ich, dass ich mich etwas mehr bewegen wollte und ging in verschiedene Positionen auf der Yogamatte. Das Veratmen der Wehen und die Bewegung taten gut. Die Wehen wurden nun schon sehr stark und auch der Abstand immer kürzer. In Absprache mit der Hebamme am Telefon sollte ich nun mal den „Badewannen Test“ machen. Gegen 17 Uhr ging ich das erste Mal in die Badewanne, um mich im warmen Wasser etwas entspannen zu können. Die Wehen fühlten sich dadurch etwas leichter an. In der Badewanne aß ich noch etwas Wassermelone – das tat wahnsinnig gut. Um 18 Uhr kam die Hebamme zu uns nach Hause, um den Fortschritt der Geburt einzuschätzen. Sie empfahl mir etwas Schmerzmittel und ein entkrampfendes Zäpfchen, damit ich mich nochmal etwas mehr entspannen könnte. Die Wehen kamen nun schon in sehr kurzen Abständen. Nach einer Zeit in Bewegung und im Vierfüßlerstand ging ich nochmal in unsere Badewanne. Dieses Mal wurden die Wehen dadurch eher stärker. Plötzlich merkte ich wie die Fruchtblase mit einem kleinen „Knack“ bei einer starken Wehe platzte. Da das Fruchtwasser grün aussah entschieden wir nach einem kurzen Telefonat mit unserer Hebamme, ins Geburtshaus zu fahren.
Um 22:00 Uhr im Geburtshaus wurden wir mit einer ruhigen und gemütlichen Atmosphäre begrüßt. Der Raum war mit Kerzenlicht und einem angenehmen Duft vorbereitet. Es gab keine Hektik oder Eile. Die großzügige Badewanne stand für mich bereit und ich freute mich auf die Schwerelosigkeit im Wasser. Die Hebamme versuchte die Herztöne von unserem Kind während der Wehen abzuhören. Doch das Gerät konnte keine zuverlässigen Daten erheben und es war unklar, ob es dem Baby gut geht. Das grüne Fruchtwasser ließ vermuten, dass das Baby im Stress war und so fällte unsere Hebamme die Entscheidung, dass wir noch in die Klinik fahren würden.
Die Zuversicht, die ich von Anfang an, wie einen stabilen Fels in mir gespürt hatte, wurde von dieser Planänderung nicht stark gerüttelt. Ich konnte die Entscheidung nachvollziehen und versuchte das Außen weiterhin auszublenden. Ich wusste, dass die Atmosphäre in der Klinik eine ganz andere sein wird und nahm mir vor, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und auf mich und meinen Körper zu vertrauen. Ich zog mir „Scheuklappen“ auf und ließ meinen Partner mit dem Klinik Personal über meine Wünsche und Vorstellungen verhandeln. Wir hatten unseren Geburtsplan zusammen erstellt und als Kopie dabei – das machte es mir leicht, weiterhin meinen Fokus auf mich und das Veratmen der Wehen zu behalten. Ich war in einem ganz eigenen Mindspace. In den Wehenpausen trank ich Wasser und wurde von meinem Partner daran erinnert die Schultern und den Kiefer zu entspannen. Die Wehen kamen sehr schnell hintereinander, ca. alle 2 Minuten, und die Klinik Hebammen gaben mir Wehenhemmer, um die Wehenspitzen etwas abzumildern. Die Stärke der Wehen nahm nicht ab, aber der Abstand dazwischen wurde etwas größer. Um die Herztöne vom Baby kontinuierlich abhören zu können, durfte ich mich für die nächste Zeit nicht mehr so stark bewegen. Nachdem ich mich in der vorgeschriebenen Seitenlage ziemlich „unfrei“ gefühlt hatte, ging ich endlich zur Toilette und merkte sofort einen veränderten Druck Richtung Kreuzbein.
Nun entschied ich für mich, dass ich mich nicht mehr hinlegen würde, sondern in eine Hockposition gehen wollte.
Die Hebammen beschrieben mir, dass ich die Atmung nun für den Druck nach unten nutzen solle und nach ca. 4 Presswehen war unsere Tochter geboren.
Durch die gute Absprache unserer Wünsche und Vorstellungen mit meinem Partner und den Hebammen fühlte sich die Geburt sehr selbstbestimmt an. Auch wenn es äußerliche Abweichungen von unserem gewünschten Plan gab, konnte ich dies gut akzeptieren. Ich hatte diese Optionen schon im Vorfeld durchgesprochen und als möglichen Verlauf akzeptiert. Die Kraft, die ich als Frau in und mit meinem Körper gespürt habe war einzigartig. Dazu kommt die riesige Freude über unsere Tochter… Vielen Dank an das Geburtshaus für die professionelle und emphatische Vorbereitung und Begleitung unserer Geburt. <3

"Tolle zweite Geburt im Krankenhaus"

Jede Frau stellt dich Ihre Geburt anders vor. Für mich fand die ideale Geburt selbstbestimmt im Geburtshaus statt. Nachdem unsere große Tochter 2016 im Geburtshaus München zur Welt kam war ich total seelig und erzählte allen werdenden Müttern und Vätern von der tollen Erfahrung unserer Geburtshausgeburt. Viele konnten sich das nicht vorstellen so ganz ohne medizinische Unterstützung zu entbinden und wollten lieber die Sicherheit eines Krankenhauses haben. Für mich war das Krankenhaus in Bezug auf Geburt immer verbunden mit Fremdbestimmung, Übergriffen, großen Spritzen, gestressten Hebammen und viel alleine sein….

Dennoch sagte ich mir immer, wir nehmen es wie es kommt und machen das Beste daraus. Bei den Untersuchungen und beim Pränatalschall war immer alles in Ordnung und als wir die 37. Schwangerschaftswoche beendet hatten, freute ich mich riesig, denn nun sprach nichts mehr gegen eine Geburtshausgeburt. Prognostiziert wurde uns immer, dass unser Sohn sowieso später kommen würde, denn auch unsere große Tochter wurde erst zwei Wochen nach dem ET geboren. Am 14. Tag hätte ich ins Krankenhaus zu Einleitung gemusst und so sprach ich meiner Tochter damals im Bauch gut zu und bat sie von alleine auf die Welt zu kommen. Ins Krankenhaus zur Einleitung wollte ich auf gar keinen Fall, zu oft hatte ich von den üblen Wehenstürmen gelesen. Mit der Unterstützung der Hebammen im Geburtshaus gelang es die Wehen natürlich auszulösen und so machte sich unsere Tochter 2016 auf den letzten Drücker auf den Weg und erblickte genau 14 Tage „zu spät“ das Licht der Welt.
Nachdem damals alles so geklappt hatte wie ich es mir vorgestellt hatte, war ich auch in dieser Schwangerschaft ganz optimistisch das Krankenhaus umgehen zu können. Nun kommt es meist anders als man denkt.
Ungefähr zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin unseres Sohnes wachte ich eines Nachts auf und das Bett war nass. Ich stellte schnell fest, dass es Fruchtwasser war. Es war die Nacht von Samstag auf Sonntag und so rief ich nachts die Rufbereitschaft an. Ich hatte keinerlei Wehen, doch zu dem Zeitpunkt waren die Hebamme und ich noch recht entspannt. Meist gehen die Wehen innerhalb von 24 Stunden nach dem Blasensprung los. Spätestens 48 Stunden nach einem Blasensprung muss jedoch ein Antibiotikum gegeben werden, um Mutter und Kind vor einer Infektion zu schützen und die Geburt muss dann auch eingeleitet werden. Alles nicht möglich im Geburtshaus.
Also gut, optimistisch und hoffnungsvoll bleiben. Am Sonntagmorgen fuhren wir zur deinsthabenden Hebamme ins Geburtshaus – ohne Wehen. Alles entspannt, es wird schon noch losgehen… Am Sonntagabend fuhren wir zur diensthabenden Hebamme ins Geburtshaus – ohne Wehen. Noch etwas entspannt, heute Nacht wird es schon los gehen… Am Montagmorgen fuhren wir zur diensthabenden Hebamme ins Geburtshaus – ohne Wehen. Schon etwas unentspannter, die Zeit lief uns davon… Also starteten wir ganz intensiv das natürliche Weheneinleitungsprogramm. Einlauf, EMH, Senffußbad, … Trotzdem noch hoffnungsvoll das es losgeht. Am Montagnachmittag gegen 16 Uhr verabredeten die Hebamme und ich nochmal zu telefonieren. Wenn bis dahin nichts passiert ist, müsste die Hebamme das Krankenhaus kontaktieren und uns zur Einleitung anmelden. Ich bekam etwas Angst. Frustriert fuhren wir nach Hause. Jede kleine Darmregung deutete ich als beginnende Wehen, um dann festzustellen, war wohl doch nichts. Die Hebamme riet mir mich noch mal hinzulegen, damit ich Kraft habe für die Geburt. Das Loslassen fiel mir sehr schwer. Dann kam der Anruf von der Hebamme. Ich berichtete, dass sich nix tut und Sie rief die Klinik Neuperlach an um uns anzumelden. Es war kurz vor 17 Uhr und die Hebamme meldete „die waren ganz nett in Neuperlach, sie haben Platz und wir sollten uns demnächst auf den Weg machen“. Ich hatte geteilte Gefühle, einerseits war ich erleichtert, denn nun hatte das Warten auf Wehen ein Ende und im Krankenhaus wurde bald aktiv etwas dafür getan, damit mein Sohn gesund zur Welt kommt. Andererseits war da das KRANKENHAUS, wo ich nie hinwollte.
Wir versorgten unsere große Tochter, packten alles zusammen und fuhren dann relativ entspannt zur Klinik. Unterbewusst zögerten wir die Fahrt zur Klinik heraus, in der Hoffnung es würde doch noch natürlich losgehen. Wir kamen erst um 20 Uhr in der Klinik an. Auf dem Weg im Auto besprachen mein Partner und ich noch die wichtigsten Punkte für die Geburt – Kein Kristellern, Nabelschnur ausbluten lassen, Baby direkt auf meinen Bauch, kein direktes Baden nach der Geburt, der Papa geht überall mit dem Kind hin, wenn es von mir weg muss wegen irgendwelcher Behandlungen. Drei Stunden nach unserer Ankündigung in der Klinik kamen wir, mit voller Provianttasche und Klinikkoffer beim Kreissaal an. Eine sehr direkte Hebamme öffnete uns die Tür. Nach unserer Vorstellung meinte sie trocken „drei Stunden später, das hat aber lange gedauert“. Begrüßung dachte ich mir, jup; ich drehe wieder um, ich bringe mein Kind auch alleine auf die Welt. Schnell stellte sich heraus, dass dies der Humor der Hebamme war und sie eigentlich sehr nett war. Im Aufnahmezimmer wurde ich gleich untersucht, es wurde ein CTG geschrieben ein Zugang gelegt und alles mit uns besprochen. Die Hebamme brachte mir Wasser, da ich zu wenig getrunken hatte und kümmerte sich rührend im mich. Ärztin und Hebamme beantworteten geduldig meine Fragen und ich hatte schnell das Gefühl, dass ich in dieser Klinik gut aufgehoben war. Wir wurden dann in unser Zimmer begleitet, das Wehenzimmer. Ein kleines gemütliches Zimmer mit Doppelbett, eigener Toilette und Oberlicht. Es übertraf alle meine Erwartungen und ich nannte es liebevoll unser „Hotelzimmer“. Mit der Ärztin besprachen wir das weitere Vorgehen und unsere Wünsche. Gerne wollten wir mit der Antibiotikagabe warten, bis ich die erste Einleitungstablette genommen habe. Wir hatten immer noch die Hoffnung, dass die Wehen dann losgehen und wir unserem Sohn das Antibiotika ersparen könnten. Nachdem meine Blutwerte komplett in Ordnung waren, war auch die Ärztin einverstanden, auf unsere Verantwortung, noch etwas mit der Antibiotikagabe zu warten. Spätestens 48 Stunden nach Blasensprung müsste sie es aber unbedingt geben. Für uns bedeutete das noch 7 Stunden Zeit und das Gefühl in dieser Sache selbst bestimmen zu können. Weil wir wegen dem Antibiotika Sorge hatten, hatte die Hebamme bereits am Nachmittag die Idee wir könnten Stäbchen mit gesunder Scheidenflora vorbereiten, die wir unserem Sohn dann nach der Geburt geben könnten. Peinlich war es uns etwas der Hebamme gegenüber den Wunsch des „vaginal Seedings“ auszusprechen. Doch auch hier trafen wir auf keinen Widerstand. Die Hebamme meinte zwar es ist ungewöhnlich und passiert nicht oft, dass jemand danach fragt aber natürlich könne sie uns in diesem Wunsch unterstützen. Wieder hatte ich das Gefühl gehört und ernstgenommen zu werden.
Die erste niedrig dosierte Einleitungstablette bekam ich gegen 22 Uhr – nichts passierte. Die zweite niedrig dosierte Einleitungstablette bekam ich um 24 Uhr. Die Hebammen meinten wir sollten uns noch ein wenig hinlegen und versuchen zu schlafen. Falls die Wehen los gehen bräuchte vor allem ich Kraft. In den nächsten 4 Stunden passiert nichts. Dann bekam ich gegen 4 Uhr nachts die dritte Einleitungstablette mit der doppelten Dosierung. Zudem auch das Antibiotika. Wir aßen etwas und gingen dann spazieren in der Klinik. Beim Spaziergang, dreißig Minuten nach der Einleitungstablette gingen die Wehen plötzlich los und kamen bereits alle drei Minuten und ich musste sie direkt veratmen. Sie waren nicht schlimmer als natürlich ausgelöste Wehen, kamen aber schneller. So verbrachte ich die ersten Stunden unter Wehen mit meinem Partner in unserem Zimmer. Die Hebammen kamen regelmäßig um nach mir zu schauen und konnten jederzeit gerufen werden. Ich habe mich jederzeit gut begleitet gefühlt. Mir wurde dann ein Entspannungsbad angeboten. Ich war erst skeptisch, denn mir war so heiß von den Wehen und trotzdem entschied ich mich dafür. Im Entspannungsbad stagnierten die Wehen erst einmal und ich dachte, na toll, so kann das ja noch ewig dauern. Doch weit gefehlt. Anfangs konnte ich noch gut entspannen zwischen den Wehen und schlief zwischen jeder ein. Mein Körper wusste wahrscheinlich, dass nicht mehr viel Zeit bleiben würde zum Ausruhen und sparte alle seine Kräfte. Innerhalb der nächsten Stunde wurden die Wehen so stark, damit hatte ich nicht gerechnet. Die Hebamme wich ab da keinen Schritt mehr von meiner Seite. Sie meinte dann sie würde jetzt mal die Ärzt*innen dazu holen. Panisch meinte ich sie dürfe mich jetzt nicht alleine lassen und können nicht weggehen. Sie beruhigte mich und meinte sie rufe die Ärzte sowieso über die Klingel. Innerhalb von kürzester Zeit setzen die Presswehen ein und mein Körper stellte auf Automatikmodus um. Wie in Trance nahm ich wahr, dass plötzlich 2 Ärztinnen da waren. Ich begrüßte sie in der Wehenpause noch ganz freundlich und innerhalb von wenigen Minuten war unser Sohn dann geboren. Voller Käseschmiere wurde er mir auf den Bauch gelegt und begrüßte uns lautstark. Die Hebammen ließen uns Zeit zum Kennenlernen und nabelten erst ab als die Nabelschnur auspulsiert war. Ich war dann mit dem Kennenlernen unseres Sohnes beschäftigt. Um mich herum wuselte es, doch ich bekam das nur nebenbei mit. Zu keiner Zeit fühlte ich mich im ersten Bondingmoment gestört. Wir wurden dann auf unser Zimmer begleitet wo wir noch 6 Stunden bleiben durften um uns in Ruhe kennen zu lernen. Die Hebammen schauten immer wieder nach uns, beantworteten alle Fragen und gaben kurze Instruktionen zum richtigen Anlegen an der Brust. Sie versorgten uns mit Frühstück und Mittagessen und uns fehlte es an nichts. Nachdem alle Formalitäten und erste Untersuchungen erledigt waren und die Ärztin sicher war, dass es unserem Sohn und mir gut geht, wurden wir offiziell entlassen. Wir wurden herzlich verabschiedet, bekamen sogar einen ersten Fußabdruck und ein erstes Bild von unserem Sohnemann mit nach Hause. Machten noch ein Abschiedsbild mit der Hebamme die uns bei der Geburt geholfen hatte und verließen die Klinik voller Dankbarkeit zu dritt sechs Stunden nachdem unser Baby das Licht der Welt erblickt hat.
Noch 24 Stunden vorher war ich voller Sorge über die bevorstehende Krankenhausgeburt, doch in diesem Moment spürte ich nur eine große Dankbarkeit für die tolle Arbeit die die Hebammen und Ärzt*innen in der Klinik leisten und kann aus meiner Sicht sagen, dass keine einzige meiner Befürchtungen sich bewahrheitet hat. Neben dem Legen des Zugangs für Medikamente, welcher im Klinikkreissaal Standard ist, berichte ich ab heute jeder und jedem der mich fragt von meiner tollen zweiten Geburt im Krankenhaus.

Eine zweite Geburt im Wasser

Ich bin Mama einer Tochter mit 3 Jahren. Die 2. Schwangerschaft mit unserem Sohn verläuft ähnlich wie die erste, ich bin viel auf Achse, laufe eben meistens meiner Tochter neben dem Fahrrad her 😉
Unsere Tochter kam 2,5 Wochen früher als Termin auf die Welt, die Geburt lief ganz anders als ich es erwartet und mir gewünscht hatte. Wir wurden irgendwann vom Geburtshaus in die Frauenklinik überwiesen um dort eine Einleitung, nach Blasensprung vorzunehmen.
Wie wird es wohl dieses Mal sein? Bei Kind 2? Geburt 2? 3 Wochen vor Geburtstermin waren wir natürlich schon ready und haben gewartet…und gewartet… schlussendlich bis 8 Tage nach ET. Das war lang…

…Es gab mir Sicherheit, dass meine Schwieger-Mama, egal wann kommen würde und unsere Tochter betreuen wird.
Ich saß abends auf unserer Terrasse und habe am Handy rumgeklickt. Es zieht und ziepte in meiner kugelrunden Kugel. Aber ich konnte ganz normal auf dem Stuhl sitzen. Mein Mann (Hannes) brachte unsere Tochter ins Bett.
Ich rufe jetzt doch mal kurz im Geburtshaus an und frag nach was und erzähle wie es mir gerade geht…
Am Morgen war ich erst dort, um 9 Uhr zur Vorsorge – alles gut haben die Hebamme und ich befunden, alles ruhig und uns mit den Worten verabschiedet, vielleicht sehen wir uns ja noch mal vor der Geburt, mit einem Augenzwinkern, weil es fast unmöglich erschien.
Und am 19. August 7 Tage über Termin, gegen 19 Uhr antwortet die Hebamme am Bereitschaftstelefon, die Gleiche Hebamme von meiner morgendlichen Vorsorge.
Sie meinte ganz locker, ich soll mal meine Schwiegermama anrufen, und mich dann noch mal melden, wenn alles so bleibt, leichte Wehen, dann sollen Hannes und Ich losfahren, sobald meine Tochter gut versorgt ist. Meine Schwiegermama braucht ca. 1 Stunde mit dem Auto zu uns.

Die Hebamme bereitet schon mal alles vor.
Ich konnte nicht erahnen was das heißt.

Nach einer mehr oder weniger angenehmen 40-minütigen Autofahrt ins Geburtshaus München, kamen wir in den Raum, den ich mir im Geburtshaus ausgesucht hatte. Frische Blumen auf einem Tisch, gedimmtes Licht, Kerzenschein – es hat angenehmen geduftet. Ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt. In diesem Raum hatte ich die letzte Woche auch meine Vorsorge Termine mit meinem Hebammen- Team Gelb 😉 eine der Damen wird wohl am Tag der Geburt Schicht haben und ganz für mich da sein.
Zur Geburt kommt dann auch immer noch eine 2. Hebamme auf Abruf dazu. Und ich hatte noch das große Glück, dass eine Hebammen Schülerin an dem Tag dabei war. Sie hat uns bestens umsorgt mit Tee, Drinks, Snacks und warmen Worten. Sie hat nebenbei einen Bericht über unsere Geburt geschrieben, den habe ich danach natürlich auch bekommen. Großartig geschrieben 😉 Wunderbare Erinnerung.
Hannes habe ich eigentlich Hauptsächlich als Gegendruck an meinem Rücken gebraucht, weil da hatte ich Schmerzen. Ich habe verschiedene Positionen probiert, war mal in der Wanne, da war mir dann aber zu kalt… dann wieder zurück ins große Zimmer, ans Bett, ins Bett und einfach daneben am Boden. Die Hebamme hat mir mind. eine Massage am unteren Rücken gegeben -das hat gutgetan. Die Wehen kamen regenmäßiger, heftiger und länger. Ich war irgendwann total fertig und echt müde. irgendwann habe ich in den Wehen Pausen mal so entspannt, dass ich sogar eingeschlafen bin. Die Hebammen waren meistens im Raum und trotzdem manchmal für mich angenehm unsichtbar. Ich war die meiste Zeit komplett nackt, aber es hat sich nicht so angefühlt.
Die Idee der Hebamme vielleicht noch mal die Wanne auszuprobieren, weil alle anderen Positionen gerade schwer auszuhalten sind, kam mir dann ganz gelegen. Also rein ins Becken. Die Schwerelosigkeit im Wasser hat meinem schweren Bauch und mir gutgetan. Jetzt fühlte sich die Temperatur sehr gut an. Ich konnte wieder Positionen finden wo ich mich okay gefühlt habe und die Wehen gut veratmen konnte. Im Vierfüsslerstand in der Wanne, oder tief sitzend mit den Händen an diesem Stofftuch, was da von der Decke hing und mir auch in der Wanne Halt gab.
In der Badewanne ist dann auch die Fruchtblase geplatzt, und es ging zügig weiter. Irgendwann konnte ich bereits die Haare von meinem Baby ertasten. Mein Baby ist aus meiner Fruchtblase sicher ins Wannenwasser geboren worden. Wie kraftvoll, harmonisch und unendlich dankbar ich bin. Ich habe ihn direkt mit meinen Händen empfangen und auf meinen Oberkörper gehoben. Er hat geschrien und Hannes hatte seine Hände an meiner Schulter und war direkt hinter mir an der Wanne. Es ist vollbracht – Jonathan ist auf der Welt.
Mit der Nabelschnur noch dran und Plazenta noch innen, sind wir ins Bett geschlüpft und haben uns eingekuschelt mit unserem kleinen Baby. Erst mal ankommen.
Die Plazenta hat sich irgendwann auch einwandfrei gelöst und ich habe mein Baby nach dem Auspulsieren dann selbst abgenabelt.

Jonathan Anton kam um 4:37 mit 4325g und 53cm zur Welt,

40 min nach der Geburt ist er schon zu meinem Busen gerobbt zum stillen.

Ich bin versöhnt mit Geburt und Gebären. Es war eine traumhafte Geburt.

Gegen 8 Uhr waren wir überglücklich wieder Zuhause mit frischen Semmeln vom Bäcker und haben erst mal mit Oma, meiner Tochter, meinem Sohn und meinem Mann gefrühstückt.
Meine Tochter hat in dieser besonderen Nacht ausnahmsweise durchgeschlafen und nach gerade mal 2 Stunden mit Oma spielen am Morgen waren wir alle zusammen vereint und die Geschwister und wir als Familie waren direkt zusammen.
Ich bin unserer Hebamme unendlich dankbar für ihre liebevolle, unaufdringliche Art, ihre Souveränität und ihrer Gelassenheit. Genau das habe ich gebraucht. Danke an die Hebammenschülerin, die 2. Hebamme und meinem Hebammen Team Gelb! Ihr seid wunderbar. Danke.

„Unser Kennenlernen war magisch“

19.05.24
“Heute kommst du noch nicht” Ich streichle meinen Bauch und unterhalte mich mit dir. D. hat einen schlechten Magen und schläft. “Es geht mir großartig! Ich fahre raus zu meinen Eltern. Schlaf dich gesund.” Wir sind nun 4 Tage über dem Termin. Alles easy. Abgesehen vom Wasser in den Beinen, geht es mir prächtig.
Ich sitze mit meiner Nichte im Gras und spiele. Puh, kann mir jemand hoch helfen?
Die Tage und Nächte sind warm in diesem Mai. Wir essen Kuchen und lachen.
Auf dem Heimweg zieht es in meinem harten Bauch. Huch, das ist neu.
Erstmal eine Suppe für D. kochen. Das ziehen kommt nun öfter und ich blute leicht. Ich sag D. Bescheid und leg mich eine Weile in die Wanne. Das entspannt den Geist, aber die ziehen bleibt und die Blutung wird stärker. Das verunsichert mich. Ich rufe also bei der Rufbereitschaft an. Unsere Hebamme! Oh wie schön! Mit ihrer liebevollen Art holt sie mich sofort wieder runter…

“Klingt doch alles voll gut! Wir sehen uns später” sagt sie. Wir sehen uns später…. Es geht also los. wow!
Ich wusel also durch die Wohnung und fange an, ein Bananenbrot zu backen. Was wäre denn ein Geburtstag ohne Geburtstagskuchen? Inzwischen muss ich mich während der Wehen an der Arbeitsfläche festhalten und sie kommen häufiger. D. Ruht auf der Couch. “Ich geh nochmal in die Wanne” Einatmen, Ausatmen, Pause. Ich fange an, meinen Atem während der Wehen zu Rhythmisieren. Das tut gut. Die Wehen kommen jetzt regelmäßig alle 3 Minuten.
20.05.2024
Gegen 2 Uhr morgens spazieren wir also durch unser Viertel Richtung Geburtshaus. Vorerst wohl das letzte Mal zu zweit.
Als wir im Geburtshaus ankommen, ist die Stimmung herzlich, warm und gemütlich..
Die Hebamme umarmt uns, die Kerzen flackern, es gibt Wasser und Tee. Wir quatschten ein wenig. Ich entspanne mich. Die Wehen entspannen sich. Wir ruhen uns etwas aus und kuscheln. Auf einmal schiebt sich ein Zopf und zwei entzückende Augen durch die Tür. Eine Hebamme in Einarbeitung begleitet uns nun auch, wie schön! Die Wehen nehmen wieder Fahrt auf. Ich bin bereit – Das Baby kommt bestimmt bald.
Ich töne, das hilft! Die Hebamme untersucht mich. Muttermund bei 2 cm. Krass, kann wohl doch noch eine Weile dauern hier. Die Sonne geht auf und mit der Sonne kommt der Schichtwechsel. Die neue Hebamme kommt zu uns und bringt neuen Schwung mit.
Die nächsten Stunden verschwimmen im Kopf zwischen heißer Sieben, Wehen, Hocker, Spaziergängen im gleißendem Sonnenlicht und fürchterlichem Sodbrennen. Die Hebamme und D. rütteln mich leicht in Seitlage. Herrlich! Als ich zur Toilette gehe, habe ich viel Flüssigkeit verloren, leicht grünlich. “Das war wohl dann der Blasensprung”. Die Hebamme ist wegen der Farbe entspannt, dann bin ich’s auch. Mir ist fürchterlich schlecht. D. und die Hebammen sitzen alle mit mir am Boden. Die Wehen werden stärker. Ich muss mich übergeben. Danach geht’s mir deutlich besser. “Hättest du Lust in die Wanne zu gehen?” “Und ob!” Ich steige in das warme Wasser und kann sofort entspannen. Es läuft leise Musik und ich merke wie du dich auf den Weg machst. Das wird unser Moment. Die Presswehen kommen. Ein wahnsinnig starkes Gefühl! Ich spüre, dass mein Körper einen Gang höher schaltet und übernimmt. Ich versuche mich darauf zu konzentrierten weit und weich zu sein und mich zu entspannen. Zur Stärkung bekomme ich Cola. Stark! Ich hatte Monate lang auf Koffein verzichtet. Das schiebt! Ich bin bereit für dich. Du kannst kommen. Ich Taste das erste Mal deinen kleinen Kopf. Es ist ganz real und du im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nah…..
Die Wehen werden wieder unregelmäßig. Oh Mann, es hatte sich doch alles so richtig angefühlt. Wir machen einen Szenenwechsel und probieren verschiedene Positionen aus. Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt die Hebamme mit einer neuen Idee daher. So toll, wie sie uns hier durch begleitet. D. ist der Tapferste. Er stärkt mich seit 25 Stunden. Und das macht ohne Hormone! Mich verlässt kurz alle Kraft. Ich muss weinen. Es ist so anstrengend. Die Hebamme und D. sprechen mir gut zu und finden genau die richtigen Worte. Endspurt!
Die Hebamme untersucht mich und muss mir einen Blasenkatheter legen. Wir lassen erstmal 1Liter Flüssigkeit ab. Wahnsinn! Habe ich gar nicht gemerkt! Dein Köpfchen liegt leider etwas schief. Die Hebamme und D. Lagern mich und versuchen dich wieder in eine bessere Position zu bringen. Irgendwie läuft es gerade nicht rund. Die Wehen werden auch wieder weniger. Wir besprechen eine eventuelle Verlegung. Die Hebamme ruft schon mal für uns in der Klinik an. 1 Stunde später sitzen wir zu viert im Auto und fahren Richtung Klinik. Da kommt nochmal eine starke Wehe. Die Abstände sind mittlerweile bei ca. 15 Minuten.
21.05.2024
Nach 30 Stunden scheint mein Körper total erschöpft. Ich bin traurig und finde alles am Klinik Setting doof. D. tröstet mich und weicht mir keinen Zentimeter von der Seite. Am meisten hasse ich es, mich hinlegen zu müssen. Zack, hatte ich einen Zugang und der Wehentropf lief. Das war dann nochmal eine ganz andere Nummer!
Wir waren letzten Sommer am Atlantik. Eine Welle hat mir die Füße weggerissen und mich mal kurz unter Wasser gezogen. Ungefähr so ist das für mich mit dem Wehentropf. Die nächsten 2 Stunden waren wild, und laut und einfach nur krass! Irgendjemand hatte mir doch Lachgas versprochen?!
Und dann bist du da. Alles ist egal. Du bist da!
Endlich bist du da! Und dann wurde es ruhig und sanft und liebevoll.
Unser Kennenlernen war magisch. Wir kuscheln mit dir und du beobachtest uns mit deinen großen Augen. Nach ein paar Stunden können wir endlich nach Hause und kuscheln einfach weiter.